Buch binden Teil 1

Wir haben unser eigenes Buch gemacht. *wohooo*
Ganz ehrlich, so ein handgemachtes Buch ist schon was Tolles... Da ist man richtig stolz, wenn man das fertige Teil in den Händen hält. Und es ist gar nicht schwer!



Ob als Tagebuch, Gästebuch im Flur oder Mini-Fotoalbum, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Eignet sich übrigens hervorragend als Geschenk für Freunde!



Damit ihr das nachbasteln könnt, haben wir viele Fotos gemacht und hoffen, ihr versteht alles.

Anmerkung zur Anleitung:
Wir haben zu dritt an der Fotodokumentation gearbeitet, deshalb seht ihr auch soviele verschiedene Hände, - nicht durcheinander bringen lassen, wenn sich die Nagellackfarbe mal ändert ;)


Wenn ihr  irgendwo was nicht richtigversteht, schreibt mir einfach, dann kann ich die Anleitung vllt nochmal überarbeiten :)

Material:

Papier
Nadel
etwas dickeren Faden
Leim (wir hatten Buchbinderleim, ich habs aber auch schon mit Holzleim gemacht)
evtl. einen Reißnagel
Lineal und Bleistift
Borstenpinsel

und für die, die sowas besitzen: ein Falzbein.
für alle die keins haben: ihr müsst einfach mit euren Fingernägel einen schönen Falz machen ;)



Der erste Schritt ist, die Blätter für das Buch zu falten.
Je nachdem wie dick euer Papier werden sollt, nehmt ihr viel oder wenig Papier. Die Anzahl der Blätter sollte durch 3 teilbar sein.
Tipp: Je genauer ihr faltet, desto ordentlicher sieht euer Buch nachher aus ;)

Dann legt ihr immer 3 Blätter ineinander.


Dann markiert ihr auf der innersten Seite des 3er-Stapels die zukünftigen Nadellöcher.
Wo die sich genau befinden ist eigentlich nicht so wichtig, zwei irgendwo möglichst mittig, und jeweils zwei irgendwo in der Nähe vom Rand. Der Abstand zwischen je zwei Löchern beträgt idealerweise zwischen 1cm und 1,5 cm.

Diese Markierungen müsst ihr jetzt auf alle Papierstapel übertragen, dh merkt euch die Zahl, an der ihr eine Markierung anbringt. Hier im Beispiel ist es die 1 und 2, 9,5 und 10,5 und 18 und 19.
Am besten markiert ihr es mit Bleistift :)

Dann müsst ihr diesen 3er-Stapel so ordnen...

und zurecht klopfen, dass alle Kanten und Ecken genau aufeinander liegen.

Denn wenn ihr im nächsten Schritt die Markierungen durchstecht, müssen auch die gefalzten Kanten genau ineinander liegen. Man kann das auch durch starkes Ineinanderschieben erzwingen.

Dann fixiert ihr die Blätter mit der Hand und stecht einfach mit einer Nadel ein Loch durch die drei Blätter ODER...

ihr legt die Blätter auf eine weichere Unterlage...

und stecht mit einem Reißnagel die Löcher durch.

Das macht ihr an allen Papierstapeln und legt diese dann übereinander. Achtet darauf, dass sie wirklich so übereinander liegen, dass alle Löcher an der gleichen Stelle liegen. Also nicht so wie auf diesem Bild hier ;)
Denn da wurden manche verdreht.

Also die Seiten, an denen ihr bei Abstand 1 und 2 eingestochen haben, müssen alle übereinander liegen.

Dann gehts los mit nähen. Schneidet ca 50 cm vom Faden ab und fädelt ihn ins Nadelöhr ein. Dann nehmt ihr einen 3er-Stapel und stecht von der Außenkante in das oberste Loch ein und zieht den Faden durch, dass ca 7 cm vom Faden noch außen überhängt.

Dann stecht ihr von innen durchs nächste Loch, so dass beide Fäden wieder außen sichtbar raushängen.

Dann nehmt ihr den nächsten 3er-Stapel zur Hand. Da ja der Faden beim ersten 3er-Stapel beim 2. Loch rauskommt, stecht ihr nun beim 2. Stapel ins zweite Loch - auch wieder von außen.

Dann geht ihr mit dem Faden von innen durchs oberste Loch wieder nach außen.

Dann zieht ihr die Fäden so dicht zusammen, dass beide Stapel zusammen kommen und macht mit den zwei Fäden einen festen Doppelknoten.
Nehmt den dritten Stapel zur Hand, merke: Es wird wieder von außen eingestochen.

Jetzt wieder beim obersten Loch einstechen, dann mit der Nadel von innen nach außen durchs 2. Loch stechen.

Jedesmal, wenn ein neuer Stapel angenäht wird, muss dieser auch angeknotet werden.

Da wir jetzt aber keinen überhängenden Faden mehr zur Verfügung haben, stechen wir mit der Nadel durch die Fadenschlaufe zwischen dem ersten und dem zweiten Stapel.

Dann ziehen wir den Faden etwas an,...

und bilden eine Schlaufe mit dem Nähfaden.

Jetzt muss der Faden vorsichtig zugezogen werden. Dabei muss man darauf achten, dass sich der Knoten erst dann komplett schließt, wenn der dritte Papierstapel auf den anderen aufliegt.

Wenn alles gut ging, sollte es ungefähr so aussehen.

Dieser  Vorgang wird nun mit allen Stapeln wiederholt. Immer nach dem gleichen Prinzip:

Wenn der Faden aus dem ersten Loch kam, wird beim nächsten Stapel auch wieder von außen beim ersten Loch eingestochen.
Wenn er aus dem 2. Loch kam, dann wird wieder beim 2. Loch von außen eingestochen.

Dann geht ihr mit der Nadel unter der Schlaufe zwischen den 2 vorherigen Papierstapeln durch.

Macht eine Schlaufe herum.

Und zieht diese Schlaufe fest, so dass ein Knoten dicht am Papier dran entsteht.

Wenn ihr beim letzten Stapel angekommen seid, macht ihr nach dem normalen Annähen einfach noch zwei extra Knoten um die Schlaufe des vorhergehenden Stapels herum.


Dann gehts weiter mit der nächsten Markierungseinheit :)
Wenn ihr drei Markierungseinheiten habt, dann macht ihr in der Mitte weiter.

In meinem Fall hier hab ich mir die mittlere Naht gespart und nur eine weitere Markierung vernäht, da mein Buch relativ schmal war.

Ihr stecht also wieder von außen ins erste Loch ein, geht innen durchs zweite Loch wieder nach außen, stecht beim 2. Stapel von außen durchs zweite Loch, innen durch und durchs erste Loch wieder raus.

Dann verknotet ihr die beiden Fäden, genau wie beim ersten Mal.

Nach dem Knoten gehts dann von außen in den dritten Stapel.
Von außen ins erste Loch rein, innen durch und beim 2. Loch wieder nach außen.

Dann müsst ihr den Faden wieder mit der Schlaufe zwischden dem ersten und zweiten Stapel verknoten.
Und dann gehts weiter wie vorhin, bis alle Stapel angenäht sind.

Wenn euer Buch dann so aussieht, habt ihr das schwierigste geschafft ;) Äh, also je nachdem ob ihr noch Löcher in der Mitte habt, müsst ihr die natürlich auch noch vernähen ;)
Dann könnt ihr die Fäden auf ein paar cm kürzen.

So, dann gehts ans Leimen. Dieses und das nächste Bild sind nur zur Verdeutlichung, wie ihr den Leim auftragen sollt. Bitte noch nicht damit anfangen ;)

Mit dem Pinsel tragt ihr den Leim über die gesamte Breite auf. Arbeitet den Leim auch ein bisschen zwischen die Stapel ein (aber nicht zu doll ;) )

So, bevor ihr den Leim tatsächlich auftragt, müsst ihr euren Arbeitsplatz etwas präparieren.
Und zwar muss unter dem Buchbündel ein Papier platziert werden uns ein darüber.

Nehmt dafür kein Zeitungspapier, sondern Papier in der gleichen Farbe wie euer Papierbündel - in diesem Fall hier weiß.

Dann braucht ihr irgend einen schweren Gegenstand, z.B. ein Backbuch, das zum Beschweren genutzt wird.

Achtet darauf, dass das Buchbündel nicht schräg liegt, wie hier im Bild, sondern gerade. Denn wenns mal geklebt ist, läss sich nichts mehr gerade rücken.

Und dann kanns losgehn. Leim mit dem Pinsel auftragen.

An den Nähten darfs auch ein bisschen mehr sein ;) Ihr könnt die Fadenenden gleich mit ankleben, dann verschwinden die in einer Rille.

So, und wenn ihr überall Leim aufgetragen habt, dann müsst ihr nur noch das untere Papier etwas verschieben, damit die Leimspuren etwas Abstand bekommen. Dann klebt euer Buchbündel nicht mit dem unteren Papier zusammen.

Und dann wird gewartet bis der Leim ganz durchgetrocknet ist. Einfach mal nachlesen, was bei euch auf der Flasche draufsteht :)


Und wie der Einband gemacht wird, erfahrt ihr im nächsten Blogeintrag. :)

Kommentare

  1. Hi, der Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber ich find ihn toll- ich hab mich immer gefragt, wie das dann mit Nadel und Faden und Papier geht und hier ist alles bestens erklärt- dankeschön! Vielleicht find ich die Zeit es zu testen.

    Viele Grüße
    Petra

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